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MBI Research Stahlprognose/Flachstahlpreise dürften die Erholung fortsetzen
Im Vergleich zu Mitte Januar sind die Prognosen der quantitativen Modelle von MBI Research für Flachstahl im deutschen Markt recht stabil geblieben. So gehen die Vorhersagen bei Warmbreitband für die nächsten sechs Wochen bis Mitte März von einem Anstieg um 5 Prozent aus, ebenso wie bereits vor zwei Wochen. Bei Feinblech wurden die Modelle jedoch weniger optimistisch, denn sie stellen nun lediglich eine Preissteigerung um 3 Prozent in Aussicht, während die Voraussage vor 14 Tagen noch von einen Plus von 5 Prozent für den Prognosehorizont von jeweils sechs Wochen ausging. Für die unterschiedliche Entwicklung der Prognosen spielen die chinesischen Exportpreise eine Rolle, denn sie stiegen bei Warmbreitband im Zwei-Wochen-Vergleich um 6,8 Prozent, fielen jedoch bei Feinblech um 3,6 Prozent. Der Index von MBI Research für die Produktionskosten der Stahlerzeugung über die klassische Hochofenroute legte nur moderat um 0,8 Prozent zu. Die Preise für Flachstahl sind allerdings auch in der zweiten Januarhälfte weiter deutlich gestiegen. Warmbreitband verteuerte sich bei den Produzenten ex Werk um 5,7 Prozent auf 739 Euro je Tonne. Feinblech legte im gleichen Zeitraum leicht niedriger um knapp 5,4 Prozent auf 785 Euro ab Werk zu. Sicherlich haben die Verhandlungen um den Jahreswechsel mit dazu beigetragen, dass die Stahlproduzenten nicht nur höhere Preise fordern, sondern diese auch teilweise durchsetzen konnten. Zum Jahresanfang führte MBI Research auch aus, dass das Risiko gestiegen sei, und die Stahlpreise auch auf mittelfristiger Sicht von drei Monaten um mehr als 5 Prozent zulegen könnten. Dieses Risiko besteht weiterhin, aber die jüngsten Wirtschaftsdaten sind doch für Deutschland hinter den Konsenserwartungen zurückgeblieben. Deshalb blieb auch das Basisszenario noch unverändert. Bei Langstahl sind die Modellprognosen weiterhin von negativen Vorzeichen geprägt, aber sie wurden deutlich weniger pessimistisch als dies noch zum Jahresanfang und auch zur Mitte des Vormonats der Fall war. Gingen die Modelle zum Beginn von 2023 von einem Preisrutsch von bis zu 10 Prozent aus, so stellen sie nun für Februar nur noch moderate Preisabschläge von bis zu 3 Prozent im deutschen Markt in Aussicht. Dabei soll sich Betonstahl nur um 2 Prozent und Walzdraht um 3 Prozent verbilligen. Die chinesischen Exportpreise sind auch bei den Langstählen eine Unterstützung und haben zum Wandel der Vorhersagen beigetragen. In den vergangenen zwei Wochen legten sie zu, um 4,3 Prozent bei Betonstahl und um 3,1 Prozent bei Walzdraht. Doch die Entwicklung der Produktionskosten gibt letztlich den Ausschlag für die negative Voraussage der Modelle. Der Index von MBI Research für die Produktionskosten beim elektronischen Lichtbogenverfahren (EAF) ist in den vergangenen zwei Wochen um 3,6 Prozent gefallen. Dies lag diesmal nicht nur an wieder niedrigeren Energiekosten, sondern auch Stahlschrott wurde leicht billiger. Die Preisentwicklung verlief entgegen den Prognosen im Januar auch bei Langstahl positiv. Allein in der zweiten Monatshälfte legte Betonstahl B500A um 1,7 Prozent auf 759 Euro je Tonne ab Werk zu, während sich Walzdraht um 1,8 Prozent auf 838 Euro ab Werkstor beim Produzenten erholen konnte. Allerdings bleibt das volkswirtschaftliche Umfeld für den Bausektor negativ. Im November sind die Auftragseingänge in dieser Branche kräftig gefallen. Der Index gab bei den Rohdaten kräftig um 5,8 Prozent im Vormonatsvergleich nach und selbst nach der Saisonbereinigung verbleibt noch ein Minus von 5,6 Prozent. Die EZB wird die Zinsen weiter erhöhen, was auch die Hypothekenzinsen nach oben treibt und die Immobilienpreise belastet. Von daher bleiben die Aussichten für den Bausektor trübe und das Risiko überwiegt noch, dass es auf Sicht von drei Monaten zu fallenden Preisen bei Langstahl kommt. Die ZEW-Indizes für die Erwartungen über die nächsten sechs Monate machten im Januar einen kräftigen Sprung nach oben und lagen wieder deutlich im positiven Bereich. Dies sprach durchaus dafür, dass auch die Indizes der Einkaufsmanager (PMI) im Verarbeitenden Gewerbe folgen sollten und die kritische Marke von 50 Punkten überwunden wird. Doch dies war nur bei Frankreich und Italien der Fall. Für Deutschland wurde bei den vorläufigen Daten sogar ein leichter Rückgang veröffentlicht, doch bei den finalen Daten kam es zu einer Revision nach oben, sodass es zu einem marginalen Plus von 47,1 auf 47,3 Punkte kam. Für die Eurozone insgesamt kam es jedoch zu einem Anstieg um 1,0 auf 48,8 Punkte. Dies bedeutet, dass sich nur beim sog. „Club Med“ die Lage bessert, aber die größte Volkswirtschaft der Eurozone bei der industriellen Fertigung noch in einer Kontraktion ist. Dies mahnt zur Vorsicht hinsichtlich der Stahlnachfrage. Enttäuschend war auch, dass in Deutschland das BIP im vierten Quartal nach der vorläufigen Schätzung um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft ist. Ein Risiko für die Langstahlpreise bleibt nicht nur die Nachfrage der Baubranche, sondern auch die Entwicklung der Energiekosten. Die Strompreise hängen, wie dies in Wettbewerbsmärkten der Fall ist, von den Grenzkosten des letzten zum Zug kommenden Anbieters ab. Der hierbei eingesetzte Brennstoff ist Erdgas. Einigen EU-Kommissaren passen die ökonomischen Gesetze nicht und sie suchen nach Möglichkeiten einer Abkopplung der Strom- von den Gaspreisen. Doch bis das Design des europäischen Strommarktes geändert ist, vergeht einige Zeit. Von daher bleibt auch die Entwicklung der Gaspreise ein wesentlicher Faktor für die Produktionskosten von Stahl durch das EAF-Verfahren. Und hierbei spielt auch das Wetter eine wesentliche Rolle. Der Winter 2022/23 ist bislang milder als in anderen Jahren ausgefallen. Aber auch unabhängig vom Wettereinfluss haben die privaten Haushalte und die Industrie den Gasverbrauch reduziert. Dies führte letztlich dazu, dass die Gasspeicher noch hoch gefüllt sind, in Deutschland zuletzt noch zu 79,2 Prozent. Zwar ändern sich die Wettervorhersagen ständig, aber Februar und März könnten milder als üblich ausfallen. Dies bedeutet, dass die Gasspeicher per Märzultimo noch zu über 55 oder gar 60 Prozent gefüllt sein könnten. Dies führte dazu, dass bei den Monatskontrakten zum einen Erdgas für die Lieferung im März billiger als für April ist. Bis zum Januar 2024 liegen die Preise jeweils höher als für die Lieferung im Vormonat. Dies ist bei Erdgas ungewöhnlich und signalisiert, dass der Markt reichlich versorgt ist. Die Gaspreise haben deshalb noch Luft nach unten, was dann auch die Strompreise und die Produktionskosten für das EAF-Verfahren drücken sollte. Noch vor der Goldenen Woche in China warnte die Nationale Planungs- und Entwicklungskommission davor, auf weitere steigende Preise bei Eisenerz zu spekulieren. Doch wie zuvor fielen die Warnungen auf taube Ohren. Auch nach dem Ende der Goldenen Woche ging der Preis für den Benchmark-Kontrakt mit Fälligkeit im Mai an der Dalian Commodity Exchange (DCE) weiter nach oben und erreichte ein Kontrakthoch bei 890,0 Yuan pro Tonne. In den folgenden beiden Handelstagen gab der Preis jedoch wieder etwas nach auf 870,5 Yuan. Zwar liegen durch die Feiertage noch keine neueren Daten zu den Lagerbeständen vor, doch der Markt geht nun von einem Anstieg aus. Hinzu kommt, dass die Unternehmen Keplr und Refinitiv die chinesischen Eisenerzimporte für Januar auf 115,6 bis 116,8 Millionen Tonnen schätzen, während die Einfuhren im Dezember bei nur 90,9 Millionen Tonnen lagen, was jedoch den Vorjahreswert um 5,6 Prozent überstieg. Auch Eisenerzproduzenten, wie BHP und Fortescue Metal, gehen von einem Anstieg der chinesischen Eisenerznachfrage aus. Dies bedeutet, dass Eisenerz zwar konsolidieren könnte, aber eine Flucht aus Eisenerz erscheint ohne staatliche Eingriffe wenig wahrscheinlich. Somit dürfte sich auch der Preis für den März-Future auf Eisenerz an der Singapore Exchange (SGX) über der Marke von 120,0 US-Dollar je Tonne halten, wobei dieser Kontrakt zuletzt bei 126,0 US-Dollar notierte. Von Eisenerz sind also keine großen Kostensenkungen für Stahlproduzenten in der EU zu erwarten. Auch der zweite Rohstoff für die Stahlproduktion über die Hochofenroute legte deutlich zu. An der DCE stieg der Mai-Future auf Koks bis auf 2.980,0 Yuan je Tonne nach der Goldenen Woche, was ebenfalls ein neues Hoch bedeutete, und fiel an den folgenden beiden Handelstagen wieder etwas deutlicher bis auf 2.765,0 Yuan. Allerdings hat hier der Preis auch Unterstützung gefunden und konnte sich erholen. Ein Grund für den Preisanstieg bei Koks ist die Wetterentwicklung in Australien, welche durch Überschwemmungen zu Einschränkungen beim Transport zum Verladehafen und der Verschiffung führte. Im ersten Quartal ist mit solchen Beeinträchtigungen stets zu rechnen. Aber auch bei einer Normalisierung der Lage dürfte mit der erwarteten Konjunkturentwicklung in China auch die Nachfrage aus dem Land des weltweit größten Stahlproduzenten zunehmen. Zwar könnte der Euro durch eine Aufwertung gegenüber dem US-Dollar den Preisanstieg bei Koks aus Australien etwas bremsen, doch unter dem Strich ist von höheren Kosten auszugehen, was die Flachstahlpreise unterstützen sollte. Peter Fertig/MBI Research
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Proteste in Peru treffen Bergbausektor/MMG kündigt Produktionsstopp in Las Bambas an
Das chinesische Kupferbergbauunternehmen MMG geht davon aus, die Produktion in seiner peruanischen Kupfermine Las Bambas ab dem 1. Februar einstellen zu müssen. Dies werde eintreten, falls die Straßenblockaden in Peru andauern, da es an wichtigen Versorgungsgütern mangele, erklärte MMG. Die Lieferengpässe seien auf Transportunterbrechungen aufgrund der anhaltenden Proteste in Peru zurückzuführen. Nach fast zwei Monaten und Dutzenden von Toten belasten die politischen Unruhen in Peru die Industrien, die einst eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Lateinamerikas antrieben. Inmitten gewalttätiger Proteste gegen die Regierung, die kaum Anzeichen für ein Nachlassen zeigen, stellen Minen in ausländischem Besitz ihren Betrieb ein, die Peru zum zweitgrößten Kupferproduzenten der Welt gemacht haben. Nach Angaben der Regierung von Präsidentin Dina Boluarte haben die Proteste Schäden an der Infrastruktur und Produktionsausfälle in Höhe von etwa 1,3 Milliarden Dollar verursacht. Laut einer Sonntagsumfrage des Instituts für peruanische Studien gibt die Mehrheit der Peruaner an, dass die Proteste große Auswirkungen auf ihre wirtschaftliche Existenz haben. Die Handelskammer von Lima schätzt, dass 1,1 Millionen Arbeitsplätze verloren gehen könnten. "Die Aussichten sind nicht gut", sagte Alonso Segura, ein ehemaliger Finanzminister: "Wenn das so weitergeht, könnten wir sogar eine Rezession erleben." Die Krise in Peru unterstreicht die Kosten der wachsenden politischen Instabilität in Lateinamerika, die durch Wut über Korruption, die schwächelnde Wirtschaft und die zunehmende Ungleichheit angeheizt wird, so Wirtschaftsexperten. Unterdessen wurden auch Minen angegriffen. Am 20. Januar brachen Demonstranten in die Antapaccay-Kupfermine von Glencore PLC ein und forderten das Unternehmen auf, den Betrieb einzustellen und den Rücktritt von Boluarte zu fordern. Bevor sie die Mine verließen, plünderten sie die Unterkünfte der Arbeiter und setzten die Gebäude in Brand, so Glencore. "Wir verurteilen diese Gewaltakte aufs Schärfste", erklärte das Rohstoffunternehmen: "Wir rufen die sozialen Führer zum Dialog mit den nationalen Behörden auf, um der Welle der Gewalt ein Ende zu setzen, die das Land erschüttert und bedauerlicherweise Menschenleben kostet". Einen Tag zuvor hatte das in Toronto ansässige Unternehmen Hudbay Minerals Inc mitgeteilt, dass Demonstranten in seine Kupfermine eingedrungen seien und Ausrüstung und Fahrzeuge verbrannt hätten. Die Bear Creek Mining Corp mit Sitz in Vancouver schickte Arbeiter ihres Silberprojekts vorsorglich nach Hause, als Demonstranten versuchten, ein Gerichtsgebäude und eine Polizeistation in einer mehr als eine Stunde entfernten Stadt in Brand zu setzen. Die Gewalt habe den Ruf Perus im Ausland beschädigt, nachdem das Land jahrelang ein stabiles Investitionsklima gefördert habe, sagte Anthony Hawkshaw, der Geschäftsführer von Bear Creek: "Ereignisse wie diese, die von einer sehr kleinen Minderheit verursacht werden, zerstören das Leben und die Lebensgrundlage der Mehrheit der unschuldigen Betroffenen." Die Proteste in Peru wurden am 7. Dezember ausgelöst, als der damalige Präsident Pedro Castillo versuchte, den Kongress zu schließen, was Verfassungsrechtler als antidemokratische Machtübernahme bezeichnen. Die Gesetzgeber setzten Castillo, der unter dem Vorwurf der Rebellion verhaftet wurde, schnell ab. Seine Vizepräsidentin, Dina Boluarte, übernahm das Amt des Staatsoberhauptes, der sechste Wechsel an Perus Spitze innerhalb von fünf Jahren. Die darauf folgende soziale Explosion begann in armen und größtenteils indigenen Andengemeinden, aus denen Castillo stammt, und breitete sich dann auf Lima aus. Viele Demonstranten fordern den Rücktritt von Boluarte, die Auflösung des Kongresses und die Abhaltung vorgezogener Wahlen. Einige fordern auch eine neue Verfassung, die die Rolle des Staates in der freien Marktwirtschaft stärkt. Während Boluarte den Kongress aufgefordert hat, vorgezogene Wahlen zu genehmigen, um die Spannungen zu verringern, besteht die unmittelbare Herausforderung für ihre Regierung darin, die Straßen zu räumen. Sie wolle nicht zurücktreten, erklärte Boluarte. "Die Menschen werden nicht so schnell aufgeben", sagte Eliana Mamani, eine Studentin und Demonstrantin aus dem südlichen Hochland: "Lima muss den wahren Hunger spüren, weil sie nicht auf die Provinzen hören." MBI/DJN/gil/31.1.2023
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